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Erfolgreicher Prüfungsritt zum Wanderreiterabzeichen
Bodnegg/Weingarten (stb) Die Kooperation Schule-Verein zwischen der Bundeswehr-Reiterabteilung Weingarten e.V. und dem Bildungszentrum Bodnegg hat einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Kooperation läuft bereits im dritten Jahr erfolgreich. Mitte Juli kamen dabei Schülerinnen des BZ Bodnegg und Mitglieder der Bundeswehr-Reiterabteilung zu einem Lehrgang zusammen, der vom Basispass bis zum Wanderreiterabzeichen Stufe zwei die gesamte Palette umfasste, die Jugendliche unter 18 Jahren absolvieren können.
Höhepunkt war der vorgeschriebene zweitägige Wanderritt. Die Strecke führte von Weingarten nach Hasenweiler und verlangte Reitern und Pferden große Konzentration und Aufmerksamkeit ab, da sie gespickt war mit „natürlichen“ und „künstlichen“ Hindernissen und Anforderungen. Start war beim ehemaligen Standortübungsgelände Nessenreben bei Weingarten. Zunächst bot die Strecke Mensch und Tier bei sommerlichen Temperaturen Zeit und Muße sich in der Gruppe zurechtzufinden. Begünstigt wurde dieser Prozess, weil sich Reiter und Pferde aus etlichen Trainingsritten gut kannten. Die schwierigsten Passagen des Zweitagesrittes waren indes nicht die Höhenunterschiede, die von einer Seite des Schussentales zur anderen zu bewältigen waren. Vielmehr waren die Durchquerung des Stadtgebietes von Weingarten mit der Bundestrasse und die Überquerung der Bahnlinie echte Prüfungen.
Marianne und Hans Hoffmann, offizielle Prüfer der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, begleiteten beide Tage mit großer Hingabe. Hans Hoffmann war an beiden Tagen als Richter mitgeritten. Er und seine Frau waren des Lobes voll über die Disziplin der jugendlichen Reiterinnen. Beeindruckt habe ihn die Ruhe und Gelassenheit aller Prüflinge und Pferde trotz des starken Autoverkehrs und der Wartezeiten an den Ampeln, sagte Hans Hoffmann. Selbst der Zug am Bahnübergang machte den Pferden kein Problem. Die Strecke führte schließlich auf die westliche Seite des Schussenbeckens, wo die Prüfungsgruppe bei der Familie des früheren Vielseitigkeitsreiters Matthäus Roth eine ausgiebige Pause genießen durfte.
Der Zeitplan bis zur Ankunft im Gasthaus Ibs Mühle bei Erwin Müller und seiner Frau in Hasenweiler wurde ebenfalls eingehalten, da sich die Prüflinge gut auf die Strecke vorbereitet hatten. Die Ibs Mühle erwies sich als reiter- und pferdefreundliche Wanderreiterstation. Hier können auf Weiden und Ställen mehr als zehn Pferde ihren unterkommen, die Reiter teils im Strohlager, teils in Gastzimmern, je nach Wunsch.
Im Gasthof fanden dann nach dem Versorgen der Tiere und dem Abendessen die Prüfungsgespräche statt, die bei solchen Veranstaltungen üblich sind. Die „Reitschüler“ erwiesen sich als gut vorbereitet und heimsten das Lob des Richterehepaares aus Bruchsal ein. Der Rückritt am nächsten Tag war streckenweise anders gewählt, um für Abwechslung zu sorgen. Doch die Hauptaufgabe barg wieder der Rückweg durch die Stadt Weingarten zum Ausgangsort, wo die Eltern der Reitschüler mit den Transportern warteten. Wieder gab es trotz der lebhaften Stadt keine Probleme und deshalb waren die Absolventen des Wanderreiterabzeichens Stufe zwei schon ein wenig stolz, alles gut gemeistert zu haben.
Die beiden Vorsitzenden der Bundeswehr-Reiterabteilung Weingarten, Herbert Ullrich und Martin Stellberger, konnten denn auch am Abend im Gasthaus Adler in Karsee beim abschließenden Treffen mit den jugendlichen Reiterinnen, deren Eltern und Schulleiterin Gabriele Rückert zufrieden auf eine gelungene Prüfung zurückblicken. Marianne und Hans Hoffmann ermunterten Schulleiterin und Vereinsvertreter die Kooperation auch weiterhin zu pflegen. Selten hätten sie Prüflinge erlebt, die so harmonisch und kameradschaftlich miteinander umgingen. „Auch das Verhalten und das reiterliche Geschick beim Wanderritt haben uns sehr beeindruckt“, sagte Hans Hoffmann. Den Prüflingen gebühre denn auch der Dank in Form der Urkunden und Abzeichen. Rupert Bauhofer, Reitsportaustatter aus Ravensburg, hatte zudem für jeden Prüfling ein Stallhalfter als Belohnung gespendet. Da einige der Mädchen schon seit fünf Jahren den schulischen Reitaktivitäten die Treue hielten, bekamen sie von ihrem „Reitlehrer“ ein Buchgeschenk und das Versprechen, einen Lehrgang zum Wanderreitführer zu organisieren, wenn die Schülerinnen das dafür vorgeschriebene Alter von 18 Jahren erreicht haben.